kurz – kurz – lang – lang – kurz-lang – kurz – lang, hochziehen, runterdrücken, gekonnte Drehung um 44,5° gegen den Uhrzeiger und jeden Sinn, und schon habe ich gekühltes, gefiltertes, kochendes, sprudelndes, oder irgendeine andere Variante des Wassers aus dem Hahn gezapft. Jetzt nur noch Daumen und Zeigefinger vom präzise gefrästen und für maximal festes Griffgefühl angerauten Drehmechanismus befreien und in seine Ausgangsposition zurückfahren lassen. Geschafft. „Zapfen like a pro!“ fährt es durch meinen Kopf, als ich eben diesen zurück zu meinen Kollegen in der Teeküche bewege, über meine Schulter schaue und mit einem „Side-Eye-Blick“ in Kombination eines schelmischen Grinsen bestätige, was alle Anwesenden wissen: hier ist ein absoluter Vollprofi in Sachen kohlensäurehaltiger Wasserversorgung am Werk.
„Sven? Alles gut?“
Ja, und nein. Anscheinend ist der innerkörperliche Transport des Reizes „AUA AUA“ auf dem Weg in die Metropole „Gehirn“ zunächst in die Ausfahrt „Gesichtszüge, Ortsteil: Mimik“ abgebogen. Sekundenbruchteile nachdem ich offensichtlich meine Augenbrauen in Richtung Decke – und den Kiefer und Richtung Boden gerissen habe, nimmt der wechselnde Schalldruck in meinen Ohren meinen eigenen Schrei wahr. Beim Anblick der rot-glühenden Hand fällt mir mein dilettantischen Fehler auf:
Ich hätte mit dem Uhrzeigersinn drehen müssen.